Mysore (22.3-24.3): Prunkvoller Maharadscha Palast, Tempel und eine echte indische Stadt

    Nachdem ich in meiner ersten Station in Indien nur recht wenig vom wahren Indien gesehen hatte kam in Mysore ein erstes Bild Indiens zustande. Faszination über eine komplett fremde Kultur, ein Land mit vielen Sprachen und Regionen, eine Verbleib der Kolonialzeit. Nirgendwo war bisher der Prunkt in so krassem Gegensatz zu einer normalen Straße, wo sich krasse Gegenteil zu den Palästen und Tempeln befindet. Nicht funktionierende Abwassersysteme bzw. Rinnen in denen die Leute ihr Geschäft entsorgen, Gestank, Müllhalden auf der Straße, Kühe die versuchen das Plastik zu essen, Menschen deren Dürre Knochen von einer Armut erzählen, die man sich nicht vorstellen kann. Es ist faszinierend und bedrückend zugleich.

    Auch in Mysore kamen solche Bilder zustande. Der herrlich prunkvolle, riesige Maharadscha Palast, der über Dynastien als Wohnsitz der Herrscher des Fürstentums Mysore diente, thront inmitten eines riesigen Gartens. Rote und goldene Kuppeln im indischen Stil überblicken die ebenso schönen Eingangstore und Mauern, die den Palast umgeben. Inmitten dieses ganzen Prunks stehen auch noch 14 Hindutempel, einer davon der Sri Shveta Varahaswami Tempel mit dem für Hindutempel typischen verzierten Dach. Mit Amy und Jay, ein Pärchen aus Neuseeland, die ich am Anfang der Indienreise kennengelernt hatte, erkundete ich den Palast und die Stadt. Im Palast waren Fotos streng verboten jedoch gelang ein guter Schnappschuss. Innen erstrahlte alles von den bunten Glasfenstern in einem entspannenden Licht. Gemälde aus der Kolonialzeit und einige indische Artefakte wie zum Beispiel der Königsthron waren zu bestaunen.

    Bei einer Fahrt durch die Stadt kam dann der Kontrast auf. Die Kreisverkehre hatten in der Mitte kleine Schreine, teilweise mit goldenen Kuppeln. Mehr in Richtung Stadtzentrum wurde es dann aber schmutzig und chaotisch. Abends gingen wir in eine sehr schöne Bar mit Gartenterrasse und Blick auf einen Park. Im Anschluss wurde an den Straßenständen das lokale Essen durchprobiert wobei man komplett neue Geschmäcker, Gewürze und Zubereitungsarten sah. Am zweiten Tag ließen wir uns auf einen Touristendeal ein. Ein Rikscha Fahrer fuhr uns zur Busstation, damit wir Züge checken können und wollte nur 10 Cent dafür. Im Gegenzug zeigte er uns eine Tabakproduktion, ein Parfüm- und Ölgeschäft und einen Kunstmarkt. Wir schauten alles an und dachten uns, dass wir das was uns gefällt auf dem Markt für ein Zehntel des Preises bekommen. Interessant war es trotzdem. Am Nachmittag nahmen wir den Bus in Richtung Hochland zur Hill Station Ooty.

    Comments are closed.