Kosovo

Pristina (29.07-02.08.13): Symphatisches Chaos im deutschlandfreundlichen Kosovo

    Von Belgrad ging es mit dem Nachtbus nach Prisitna in den Kosovo. Dort hatte ich wieder über Couchsurfing eine Schlafgelegenheit gefunden. Die Wohnung dort war nichts für Hygienefanatiker. Das Klo wohl schon Monate nicht geputzt und die Couch voller Zigarettenasche. Aber als ich um 4 Uhr nach einer 6 Stündigen Fahrt im schlecht klimatisierten Bus mit einem 250 Kilo Mann neben mir endlich ankam, dachte ich mir nur Augen zu und durch. Zum Glück war Jojo mir Majlinda und ihren Eltern gerade in Pristina. Sie haben mir einen Schlafplatz angeboten und so konnte ich etwas komfortabler schlafen.

    Im Kosovo ist alles ein wenig abenteuerlicher als in den Ländern in denen ich bisher war. Es gibt keine Straßennamen und von Straßenordnung braucht man gar nicht sprechen. Ab 22Uhr gibt es bis morgens um 6 kein Wasser. Durch den Krieg gibt es nur sehr wenig zu sehen. Die Nationalbibliothek ist wohl das interessanteste Gebäude. Die verlassene serbisch-orthodoxe Kirche steht ein wenig für die ganze Situation zwischen Serben und Kosovo-Albanern, die immer noch nicht richtig Frieden geschlossen haben. Die Serben sehen einen Teil ihrer Geschichte im Kosovo und die Kosovaren fühlen sich als Teil von Albanien und deren Geschichte.

    Florim, bei dem ich die eine Nacht geschlafen hatte war zwar ein Chaot, aber sehr herzlich und gastfreundlich. Ich verbrachte einige Stunden im Café mit ihm und seinen Freunden, die er mir alle vorstellte. Nachdem ich am Donnerstagmittag im Schwimmbad im Stadtteil Germin verbracht hatte traf ich ihn im Café und er fragte mich, ob ich mit in ein Dorf kommen will in dem sein Bruder wohnt. Dort wurde mir traditionelles Essen angeboten und selbstgebrannter Schnapps. Zum Abschluss gab es Schwarztee und seine Kinder schauten mich mit großen Augen an. Später bin ich mit Florim und seinem Kumpel Agron noch was Trinken gegangen. Im Kosovo ist Deutschland wohl das höchst angesehene Land der ganzen Welt (wegen Asyl und der Anerkennung der Unabhängigkeit Kosovos). So hört man viele Dinge, wie „Merkel serr gud“ oder „Germani best“. Es geht allerdings bis „Hitler, sehr klug und starke Mann“ und „Albania auch arisch Blut“. Egal warum, im Endeffekt wird man als Deutscher wie ein Ehrengast behandelt und sobald der Taxifahrer hört, dass man deutsch ist, wird sofort das defekte Taxameter angeschaltet, Daumen hoch und „Aaah, German sehr gut“.