Tiflis (17.9-19.9): In Georgiens Hauptstadt wird Gastfreundlichkeit groß geschrieben

    Schräge Busfahrt

    Die Busfahrt von Baku nach Tiflis war eine Tortur. Ich war noch so stolz, dass ich auf Russisch alles abgeklärt hatte, schneller als mit dem Zug war und nur die Hälfte zahlen musste. Die Freude verschwand bald. Neben mir setzte sich ein Typ, der etwas betrunken aussah und mich gleich mal fragte ob er was von meinem Essen haben könnte. Ich sagte nein, da ich nicht viel hatte und hungrig war. Aber einen Schluck Wasser gab ich ihm. Er umarmte mich klopfte mir auf den Schenkel und meinte Brat, was russisch für Bruder ist. Das war ja noch ganz lustig aber als er anfing mich an der Seite zu streicheln nahm ich seine Hand und stoß sie weg. Er fing kurz danach wieder an mich am Bein zu streicheln. Als er mich wieder umarmte und mit seinem Kopf komische Bewegungen in meine Richtung machte und mich nicht mehr losließ rammte ich ihm mein Ellbogen in den Brustkorb und setzte mich in den Gang an die Treppe, da keine Plätze mehr frei waren. Auf den Stühlen neben der Treppe saß ein aserbaidschanischer Schauspieler, der Englisch sprach, was in Aserbaidschan eine seltene Ausnahme ist. Er bat mir seinen Sitzplatz an und meinte wir können dann später wieder tauschen. So saß ich zunächst und unterhielt mich mit ihm und seinem Kumpel. Später schlief ich dann auf dem Boden.

    Sightseeingtour in Tiflis

    Früh morgens um 05:30 kamen wir dann an die Grenze zu Georgien. Mit meinem eVisa legte ich erst einmal das komplette System der aserbaidschanischen Grenzbehörde lahm, wodurch alle anderen ca. 40 Minuten warten mussten. Der Grenzbeamte schlief vor meinen Augen ein während ich abwartete bis das System wieder geht. Um 7:00 Uhr Ortszeit kamen wir dann in Tiflis an. Ich ging mit dem Schauspieler, seinem Kumpel und einem Georgier mit dem wir das Taxi geteilt hatten erst einmal traditionell Fleischtaschen namens Khakli frühstücken. Danach verabschiedete ich mich und suchte in einem Internetcafé eine Bleibe. Für 9,50 € fand ich dann ein Zimmer nahe dem Freiheitsplatz. Ich schlief den ganzen Tag, da ich im Bus kaum geschlafen hatte und auch abends bekam ich nicht mehr viel auf die Reihe. Aber dafür am nächsten Tag. Ich stand rechtzeitig auf und machte eine Stadttour. Vom Freiheitsplatz (Liberty Square) lief ich in die Altstadt mit den zahlreichen Kirchen und kleinen verwinkelten Gassen, in denen überall Weinreben an den Häusern hochwuchsen. Am Fluss hinter der Altstadt angelangt erhaschte ich einen Blick der Goldkuppel der Kathedrale, wo ich dann auch gleich hochlief.

    Ich holte mir an einer kleinen Eckkneipe ein Kwas und wurde gleich von den Einheimischen begrüßt, die dort Bier tranken. Ich sprach auf Russisch mit ihnen bis mir Mijail sagte, dass er Spanisch spricht. Drei Bier später kam ich dann weiter zur Kathedrale. Von dort aus lief ich runter an den Park der Friedensbrücke (Peace Bridge) und nahm die Seilbahn hoch zur Burg und der Freiheits Statue. Am Himmel zog nach dem sonnigen und heißen Tag ein Gewitter auf. Aber trotz strömendem Regen und klatschnass kletterte ich auf die Burg, die komplett ungesichert war.

    CouchSurfing Bartour

    Spät abends kam ich zurück in mein Zimmer und sah eine Nachricht von Tony auf CouchSurfing, wo ich nach einem Einheimischen gesucht hatte der mir die Stadt zeigt oder abends noch ein Bier trinken möchte. Ich rief ihn an und wir trafen uns am Freiheitsplatz. Er hatte noch ein paar Georgier und einen Polen dabei und so suchten wir vergeblich nach einem Pub der noch geöffnet hatte und wo was los ist. Zum Schluss saß dann nur unsere Gruppe im Garten eines Pubs.

    Am nächsten Tag plante ich meine Fahrt nach Kutaisi mit dem Minibus (Maschrutka) und kam dann abends dort an.

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