Indonesien (09.1-13.1): Besuch bei einem Bekannten auf der Vulkaninsel Java

    Morgens früh um 8 kam ich mit dem AirAsia Flug auf der indonesischen Insel Java in der Stadt Semarang, wo mich Yudhi, ein Bekannter aus Deutschland schon mit seinem Vater erwartete. Da ich keine Landeswährung dabei hatte und für das Visum on Arrival Geld brauchte, brachte mich die Stewardess von AirAsia freundlicherweise durch die Sicheheitsschleuse und die Passkontrolle, damit ich draußen Geld holen konnte. Nachdem alles erledigt war ging ich mit Yudhi und seinem Vater einige Sehenswürdigkeiten anschauen aber zuvor bekam ich nach langer Zeit mal wieder richtig asiatisch scharfes Essen. Soto ayam (scharfe Hühnersuppe mit Reis und Nundeln) mit verschiedenen Saté-Spießen.

    Anschließend ging es zum Sam Poo Kong Tempel, der mich sofort wieder in die buddhistische Kultur Asiens einführte, obwohl in Indonesien ca. 80% Muslime leben, was in Asien eine große Ausnahme ist. Ein Führer erklärte alles sehr genau. Welche Figuren was bedeuten, dass der Löwe mit dem Affengesicht als Schutz des Tempels da ist, aber damit Feinde ihn nicht erkennen tarnt er sich eben als Affe. Nachdem er uns den riesigen Kettenbaum (sieht aus wie eine Kette) gezeigt hatte, ließ ich mir von einem buddhistischen Mönch meine Zukunft vorhersagen. Er hatte ein längliches Holzgefäß mit einem Dutzend Holzstäbchen. Diese musste ich kurz einmal durchmischen und dann schüttelte er so lange vor dem Alter mit brennenden Räucherstäbchen bis ein einziges Hölzchen herausfiel. Dieses nahm er dann und schlug es gegen den Alter verbeugte sich einige mal mit diesem in der Hand und legte es dann auf die Schale in der die Räucherstäbchen brannten. Diese Prozedur wiederholte er zahlreiche Male bis er dann am Ende wieder seine Augen öffnete. Er sagte mir, dass ich eine spezielle Nummer hätte und anhand dieser erklärte er mir meine Zukunft. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber wenn der Mönch recht hat, dann muss ich mir wirklich keine Sorgen machen.

    Nachdem ich nun meine Zukunft kannte, gingen wir weiter zu einem großen niederländischen Kolonialgebäude, das damals als Residenz der Auswanderer genutzt wurde. Von außen war es sehr schön anzuschauen jedoch waren die Räume komplett leer. Interessant war es trotzdem von dem Touristenguide die Geschichte erklärt zu bekommen. Der Keller wurde eine Zeit lang als Gefängnis und Folterverlies genutzt und es heißt, dass es dort spukt. Natürlich musste ich reinschauen und auch als der Guide oben das Licht ausmachte hat mich kein Geist begrüßt.

    Am Ende des Tages fuhren wir ca. 100km nach Batang, wo Yudhi wohnt. Dort ist man Touristen noch nicht so sehr gewöhnt und natürlich war ein weißer Riese mit Wuschelhaaren und blauen Augen eine große Attraktion. So wurde ich teilweise einfach so fotografiert oder gleich um Gruppenfotos gebeten. Yudhis Haus war sehr schön und die Bediensteten versorgten uns mit super Essen und kümmerten sich um meine Wäsche. Das Haus hatte in der Mitte einen Garten und drumherum war überdacht der Essbereich und das Wohnzimmer an der frische Luft.

    Am nächsten Tag gingen wir nach einem ausgiebigen indonesischen Frühstück mit Reis, Megono (Mischung aus geraspelter Jackfruit, Kokonuss, Nüssen und Chili), eingelegtem Tintenfisch, scharfem Rindfleisch mit Kokos und Chili frittiert und Sojacrackern nach Pekalongan, eine Stadt die für die Batikbemalte Kleidungsindustrie bekannt ist. Im Batikmuseum schauten wir uns verschiedene Formen der Batikkunst aus verschiedenen Epochen und Regionen an und durften uns dann selbst an einem Tuch versuchen.

    Gegen Abend besuchten wir einen Bekannten von Yudhis Vater, der eine Luaak Farm hat. Jetzt fragen sich bestimmt viele, was sind denn Luasks. Luaaks sind eine Mischung aus Katze und Wiesel und haben in Asien eine ganz spezielle Aufgabe. Sie Essen Kaffeefrüchte, verdauen sie und scheiden sie wieder aus und danach ist der Kaffee circa 10 mal so viel wert wie vorher. Wie geht das denn!? Aus Scheisse macht man praktisch Gold, ein Traum der Menschheit wird wahr. Das hat damit zu tun, dass der Kaffe nach der Prozedur extrem gut schmeckt und das nicht weil etwa die Exkremente der Luaaks eine eine besondere Geschmacksnote geben; Nein! Luaaks essen nur die allerbesten Kaffeefrüchte, wie mir erklärt wurde. Zuerst werden die Früchte in Wasser gelegt und die, die oben schwimmen sind nicht gut. Danach wählen die Luaaks aus dieser Vorauswahl wieder nur die besten Früchte aus. Nachdem sie die Bohnen dann ausscheiden werden diese gewaschen und die äußere Schale abgehobelt. Dann werden sie in der Sonne getrocknet und anschließend gerößtet. Das besondere Aroma überzeugt Kaffeeliebhaber auf der ganzen Welt und so wurde es einer der teuersten Kaffees weltweit. Er ist auch als Katzenkaffee oder Wieselkaffee bekannt.

    Am nächsten morgen ging es nach einem kurzen Strandbesuch (leider sehr schmutzig und schwarzer Vulkansand) in den Regenwald im Hochland. Yudhis Familie und alle Bediensteten wurden in den Jeep eingeladen und los ging die wilde Fahrt. Es wurde sehr abenteuerlich, denn es fing an zu regnen und die Straßen verwandelten sich in Bäche und an einer Stelle mussten alle aussteigen, damit Yudhis Vater den Jeep die Straße hoch bekam. In Dieng angekommen schauten wir uns den farbigen See an, der seinen Namen trägt, da der Schwefel des Vulkans das Wasser in verschiedene Farben färbt. Im Anschluss gingen wir dann zu genau diesem Vulkan, der immer noch sehr aktiv ist. In den Kratern blubberte das schwarze Wasser und die Schwefeldämpfe stiegen in den Himmel über dem Regenwald. Ein imposanter Eindruck des vulkanischen Ursprungs der indonesischen Inseln. Als dann noch der Sonnenuntergang ein rotes Licht auf die Vulkanlandschaft warf war es atemberaubend. Zum Abschluss schauten wir uns noch einen Tempel an, der sich neben dem Vulkan befand und probierten eine Frucht die nur dort wächst sowie frischen Ginseng.

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