Moldavien

Chisinau (08.08.2013): Moldawier scheinen Weltmeister im ernste Blicke verteilen

    Von Constanca nahm ich den Nachtbus nach Chisinau, Moldawien. Das erste Mal auf meiner Reise konnte ich mein Russisch wirklich gebrauchen, da die Moldawien alle Russisch sprechen. Der Bus war sehr voll und eine Schulklasse, die einen Ausflug nach Rumänien gemacht hatte, war sehr interessiert an meiner ganzen Reise. Manchmal ein bisschen zu viel, da ich eigentlich schlafen wollte. Aber natürlich ist es immer gut Unterhaltung zu haben. Ich war stolz, dass ich mich mit meinem bisschen Russisch überhaupt ernsthaft unterhalten konnte. Im Bus war es ungefähr 40 Grad. Die Klimaanlage wurde immer genau 2 Minuten angemacht und dann wieder Sauna. Auch ein Kreislaufzusammenbruch und ein Kind das sich übergeben musste haben dies nicht geändert. Da sag ich nur, dass ist doch mal ein Busunternehmen mit Herz und Seele. Mit von Schweiß beschlagenen Scheiben wurden die 500km in 10 Stunden zurückgelegt.

    In Chisinau angekommen musste ich unbedingt duschen. So kaufte ich zwei Wasserflaschen und „duschte“ damit hinter ein paar Bäumen. Müde aber wenigstens nicht verschwitzt gab ich mein Gepäck ab, kaufte das Ticket nach Kiew (wieder ein Nachtbus) und schaute mir Chisinau an. Auf dem Markt war reges Treiben und ich probierte verschiedene Sachen. Die Leute starrten alle Finster drein. Ich konnte keinen entdecken, der nur einen Hauch eines Lächelns hatte. Ich musste dafür umso mehr grinsen, als ich das bemerkte. Die Stadt an sich hat einige schöne Gebäude und ist recht überschaubar. Das Ganze mit den Bussen ist aber sehr verwirrend. Es gibt eine Haupt-, Nord und Südstation und dann noch eine andere Route, die diese nicht wirklich direkt verbindet. Aber mit meinem gebrochenen Russisch schlug ich mich gut durch. Den Mittag verbrachte ich in einem Restaurant mit Internetzugang und schrieb ein bisschen und skypte mit Zuhause, da ich von der Busfahrt noch sehr müde war. Später trank ich ein paar Kwac, ein Getränk, das aus den gleichen Zutaten wie Bier gemacht wird, aber ohne Alkohol ist. Es ist sehr erfrischend, natürlich und günstig. Nachdem ich zwei Hähnchenschlegel mit Kartoffeln, Salat und Wein für 3,50€ zu Abend hatte ging es in den Bus nach Kiew.